Gereon Rath ist Polizist und wird als Sonderermittler von Köln nach Berlin versetzt. Schnell muss er feststellen, dass dort größere Aufgaben auf ihn warten, als er ursprünglich gedacht hatte.

Rath gehört zunächst der Sittenpolizei der Inspektion E an und arbeitet in der berüchtigten Roten Burg, dem Polizeihauptquartier am Berliner Alexanderplatz. Dort arbeitet er mit Bruno Wolter zusammen. Später wechselt er in die Inspektion A, die Mordkommission, die geleitet wird von dem legendären Ermittler Ernst Gennat. Bei seinen Fällen assistiert ihm die Kommissaranwärterin Charlotte Ritter, sowie der Fotograf der Mordinspektion Reinhold Gräf und sein Kriminalassistent Stephan Jänicke.

Diese Roman- und Filmfigur stammt von dem Autor Volker Kutscher.


Zur Person[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trochin: „Ich verstehe Sie nicht. Sie arbeiten gegen ihr eigenes Land.“
Gereon: „Ich arbeite für die Polizei.“
— Trochin zu Gereon (Quelle)

Gereon ist durch seinen Dienst im Krieg schwer traumatisiert, was sich auch körperlich bemerkbar macht. Er ist ein sogenannter „Flattermann“ wie so viele andere Heimkehrer, die in der Schlacht Schreckliches erlebt haben. Was heute wohl als Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden würde, galt in der Weimarer Republik als große Schwäche, die der mutigen deutschen Soldaten nicht würdig war. Flattermänner fangen in Stresssituationen unkontrolliert an zu zittern. Gereon bekämpft seine Anfälle lange Zeit mit dem starken Medikament Morphium.


Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gereon kommt aus Köln, wo er mit seiner Familie aufgewachsen ist. Sein Bruder Anno ist im Krieg verschollen, seine Mutter wenige Jahre später. Sein Vater Engelbert ist selbst bei der Polizei und verschafft ihm mit seinen Kontakten die Stelle in Berlin. Wie sich später herausstellt, allerdings nicht uneigennützig.

Gereon war wie sein Bruder im Krieg

Seit 10 Jahren ist er liiert mit Helga Rath. Sie ist allerdings die Ehefrau seines Bruders Anno. Seit Anno nicht aus dem Krieg zurückgekehrt ist, haben die beiden ein Verhältnis.

Gereon hat Erinnerungsflashbacks, die zeigen, dass Helga und Gereon bereits ein Liebespaar waren, bevor Helga von Anno schwanger wurde und diesen heiratete. Es bleibt also möglich, dass Helgas Sohn Moritz in Wahrheit Gereons Sohn ist und nicht Annos. Moritz sieht Anno allerdings als seinen Vater, obwohl er ihn nie kennengelernt hat.

Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gereon kommt als Kriminalkommissar aus Köln nach Berlin, um in geheimer Mission einem Erpresserring das Handwerk zu legen. Dort lernt er im Sittendezernat des Polizeihauptquartiers seinen Kollegen Bruno Wolter und Charlotte Ritter kennen. Die Kriminellen haben Foto- und Filmmaterial von vermeintlichen Politikern bei Sado-Maso-Sexpraktiken, es wird angedeutet, dass auch der damalige Oberbürgermeister von Köln und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer zu sehen ist. Gereon ermittelt erfolgreich und muss schockiert feststellen, dass es sich bei einem der Männer nicht um Adenauer, sondern um seinen Vater handelt. Gereon vernichtet das Material und sein Vater Engelbert ist erleichtert, weil er zunächst davon ausgeht, dass sein Sohn den Film nicht angeschaut hat. Als Gereon ankündigt, nicht mehr nach Köln zurückzukommen, wird ihm klar, dass er Bescheid wissen muss.

In der letzten Folge bringt er unter Drogeneinfluss den ''Heiligen Josef'', einen korpulenten Mann, welcher die Drecksarbeit für den Armenier macht, um.

Gereon lässt sich therapieren, um sein Kriegstrauma zu verarbeiten und so hoffentlich die Zitteranfälle loswerden zu können. Unter Hypnose berichtet er dabei von seinen Erinnerungen an die Front, als sein Bruder lebensgefährlich verletzt wurde. Auch wenn die Situation hochgefährlich war, rannte Gereon aufs Schlachtfeld, um seinen Bruder in Sicherheit zu bringen. Kurz darauf wurden die beiden allerdings getrennt und sein Bruder galt seitdem als vermisst.

Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gereon ist überglücklich, als Helga mit Moritz nach Berlin kommt, nachdem Anno offiziell für tot erklärt wurde.

Er versucht den Mord am ''Heiligen Josef'' zu vertuschen, indem er den Gerichtsmediziner Dr. Schwarz überzeugt, ihm die Kugel des Mordes zu überlassen.

Der Therapeut Dr. Schmidt probiert neue Medikamente an Gereon aus und dringt immer tiefer in dessen Psyche ein. Am Ende der zweiten Staffel offenbart sich der vernarbte Therapeut als Anno Rath, nachdem Gereon zugibt, in Wirklichkeit nie versucht zu haben, seinen Bruder zu retten.

Staffel 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er bekommt einen neuen Fall zugeteilt, zusammen mit Oberkommissar Böhm. Im Laufe der Handlung wird er von Helga verlassen. Moritz möchte aber bei ihm bleiben, und wohnt auch einige Zeit bei ihm. Er hilft Elisabeth Behnke seinen Nachbarn vor der Politischen Polizei zu verstecken. Gereon gelingt es Regierungsrat Wendt ein Geständnis herauszulocken, und nimmt es auf Tonband auf. Mit dieser Information gelingt es ihm Oberst Wendts Beförderung zum Polizeipräsidenten von Berlin zu vereiteln. Bei der Verfolgung des Mörders von Vera erleidet er einige Verletzungen, darunter eine durchbohrte Wange und mehrere gebrochene Rippen.

Rath freundet sich mit Reinhold Gräf an, der ihm bei seinen geheimen Ermittlungen unterstützt. Auf Gräfs Geburtstagsfeier küssen sich Gereon und Charlotte zum ersten Mal. Er ist jedoch danach immer noch verletzt als Helga ein Verhältnis mit Alfred Nyssen eingeht. Als Gereon mit seinen Assistenten in die Börse gerufen wird, weil Oberkommissar Böhm einen Börsenmakler mit einer Waffe bedroht, gelingt es ihm Böhm davon abzubringen, den Makler und sich selbst umzubringen.

Unterschiede zur Buchvorlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gereons Familien- und Vorgeschichte unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von der Romanvorlage von Volker Kutscher.

In der Serie hat er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Anno im ersten Weltkrieg gekämpft und kehrt als "Kriegszitterer" heim, während Anno zunächst als vermisst gilt. Im Roman hingegen ist Anno gegen Mitte des Krieges eindeutig gefallen, während Gereon aus Altersgründen erst kurz vor Kriegsende eingezogen wird. Der Krieg endet jedoch bevor er an die Front versetzt werden kann. Beiden Versionen ist dennoch gemeinsam, dass Gereons Vater Engelbert Rath ihm stets Anno als ein unerreichbares Vorbild vorhält. Eine entscheidende Abweichung der Serie ist der Handlungsstrang um Helga und Moritz Rath sowie ihr kompliziertes Verhältnis zwischen Gereon und Anno. Diese wurde für die Serie komplett neu erdacht und ist im Roman nicht zu finden.

Im Buch hat Gereon noch einen weiteren Bruder: Severin Rath ist nach Anno der zweite Sohn der Familie. Er wandert kurz vor Kriegsbeginn in die Vereinigten Staaten aus und wird deshalb von Engelbert als "Fahnenflüchtling" konsequent ignoriert. Sein einziger Kontakt mit seiner Familie in Deutschland besteht zu Gereon, dessen Vorliebe für amerikanischen Blues er durch Schallplatten aus Amerika unterstützt. Ferner wird im Buch noch eine jüngere Schwester namens Ursula erwähnt.

Anders als in der Serie ist es nicht ein Erpressungsskandal um Konrad Adenauer, welcher Gereon nach Berlin verschlägt (Adenauer wird hingegen im zweiten Roman erpresst, wenn auch deutlich anders, als in der Serie). In der literarischen Vorlage war Gereon zuvor ein sehr erfolgreicher Mordermittler in Köln, bis er während eines Einsatzes unbeabsichtigt den Sohn eines einflussreichen Zeitungsverlegers erschießt. Die daraufhin folgende Pressekampagne gegen ihn ruiniert trotz Freispruch seine Karriere, weshalb sein einflussreicher Vater ihn nach Berlin in die vermeintlich ruhigere Sittenabteilung vermittelt.

Im Roman ist eine wechselhafte Liebesbeziehung zwischen Gereon und Charlotte Ritter ein tragendes Handlungselement. In der Serie kommt diese zunächst - wohl aufgrund der neu erdachten Figur Helga Rath - nicht vor. In der zweiten Staffel wird jedoch mehrmals impliziert, dass beide durchaus mehr als ein kollegiales Verhältnis füreinander empfinden könnten. In der dritten Staffel küssen sich Gereon und Charlotte erstmals.

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